Kommt die Sprache auf Photoshop so denkt man meist sofort an das Bildbearbeitungsmonster aus dem Hause Adobe, welches unzählige potentielle Anwender nicht nur aufgrund seiner Funktionsvielfalt und Komplexität sondern vor allem auch wegen seines exorbitanten Preises für die Voll- oder gar Extended-Version abschreckt. Der Hobby-Knipser mit Bildbearbeitungsamibitionen hat in der Regel seine finanziellen Mittel gut einzuteilen, sucht andererseits aber ein Werkzeug welches ihm umfassend diejenigen bildbearbeiterischen Möglichkeiten bietet, die er für die Umsetzung seiner “Entwicklungs”idee braucht.
Adobe Photoshop Elements, welches mittlerweile in der Version 8 vorliegt, habe ich lange Zeit vom Funktionsumfang her als zu “beschnitten” eingestuft, als dass es mir einen näheren Blick Wert gewesen wäre. Am meisten gestört hat mich dabei, dass viele der im Internet verfügbaren Photoshop-Tutorials nicht mit PS Elements nachvollzogen werden konnten. Dies – so habe ich an unterschiedlichen Stellen gehört und gelesen, soll mittlerweile gar nicht mehr so sein und der “kleine Bruder” des großen Bildladens soll sich zu einem richtig erwachsenen Programm mit breitem Funktionsumfang entwickelt haben. Nun lesen und hören kann man viel – ich habe es selbst einfach mal ausprobiert. Dank der Unterstützung der Webseite Gutschein-Codes,wo Ihr unter anderem Gutscheine für Amazon und Dell erhalten könnt, war ich in der Lage das Tool einmal ausgiebig zu testen. Der Artikel spiegelt (wie immer) meine ganz persönliche Meinung wider, auch wenn in diesem Fall die Testlizenz gesponsert wurde.
Die Installation des Tools luft erwartungsgemäß unkompliziert ab. Für den Fall, dass man bereits eine Testversion des Programms installiert hat (so wie sie auf der Adobe-Webseite angeboten werden), wird empfohlen, diese zunächst zu deinstallieren.
Die aufgeräumte Bedienoberfläche von PS Elements (PSE 8) gliedert sich in die Bereiche “Organisieren”, “Korrektur”, “Erstellen” und “Weitergabe”, Begriffe die sicher auch dem Anfänger sofort eine Vorstellung davon vermitteln, was sich hinter ihnen verbirgt. Im Großen und Ganzen hatte ich keine Probleme mit der Bedienung der Oberfläche und habe mich (übrigens ohne Studium irgendwelcher Dokumentationen oder Handbücher;-) sehr gut zurechtgefunden. Adobe verwendet in PSE 8 das aus den “großen” Bildbearbeitungstools bekannte Konzept der Panels, das einfache Bedienung mit großer Flexibilität verbindet, sodass man das Programm gut an die eigenen Bedürfnisse im Bezug auf das Aussehen der Programmoberfläche und die Anwendung der Tools anpassen kann. Weitere “ererbte” Bedienelemente sind die Anordnung der geöffneten Dateien auf Reitern sowie die verschiedenen Optionen zum Anordnen der geöffneten Dateifenster. Für mich wirkt das alles sehr gefällig, modern und gar nicht low-cost-mäßig.
Beim Testen war ich mehr als erstaunt herauszufinden, was man mit diesem Stück Software alles anstellen kann! Vom Verwalten der Bilddateien im Organizer über automatische und manuelle Bildkorrekturen, Ebenen, Plugin-Kompatibilität, bil hin zu HDR und Photomerge (besonders “Belichtung” hat mich mit seiner einfachen Bedienung und Effektivität beeindruckt) – in PSE 8 steckt viel Potenzial.
Wo Licht ist, findet sich gewöhnlich auch Schatten… und irgendwie muss sich der eklatante Preisunterschied zwischen PSE 8und seinem großen Bruder auswirken. Dinge, die mir fehlen würden bzw. die mir unangenehm aufgefallen sind:
- wie kann man Bilder bearbeiten ohne Gradationskurven?? und wo bekomme ich Ebenenmasken her? (ok – ich hab’s rausgefunden, wie oft weiß die böse Suchmaschine mit dem Doppel-O eine Antwort: das und dies hier kann helfen)
- amputiertes Adobe Camera RAW würde mich persönlich stören
- 16Bit Dateien durchgängig bearbeiten ist nicht möglich
- Aktionen wie in Photoshop kann man nicht erstellen, das ist hart
- die Vergabe der Keywords geht mir nicht richtig von der Hand (Defizit oder mangelndes Handbuchstudium meinerseits?) – umständlicher als ich es gewohnt bin
Zugegebenermaßen sind diese Punkte darauf zurckzuführen, dass ich mit meinen Ansprüchen eher nicht in die Zielgruppe für PSE 8 falle, aber andere Dinge zum Aussetzen habe ich nicht gefunden und das spricht ja dann für sich.
Für mich ist PSE 8 ein klasse Bildbearbeitungstool. Einsteiger und Fortgeschrittene in der Bildbearbeitung werden lange Freude an der Software haben – bis sie an dessen Grenzen stoßen… und bis dahin ist der Sparstrumpf ja vielleicht schon so voll, dass der große Bruder eingeladen werden kann













